Klinik für Innere Medizin

Behandlungsinformationen

Ultraschalldiagnostik

Ein weiterer Schwerpunkt der Diagnostik in der Medizinischen Klinik ist die Ultraschalldiagnostik. Der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Prof. Dr. D. Becker, gehört zu dem engen Kreis der sogenannten Seminarleiter der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Die Seminarleiterschaft dieser Fachgesellschaft wird Ärztinnen und Ärzten verliehen, die sich in der Ultrtaschalldiagnostik besonders qualifiziert haben. In Deutschland gibt es für den Bereich der Inneren Medizin knapp 70 Seminarleiter.

Die konventionelle Ultraschalldiagnostik dient zur Abklärung von Erkrankungen oder dem Verdacht auf Erkrankungen der Organe des Bauchraumes (Leber, Gallenblase, Gallenwege, Bauchspeicheldrüse, Nieren, Milz, Lymphknoten). Mit dieser Methode können mit hoher Sicherheit Erkrankungen diagnostiziert oder ausgeschlossen werden. Die Untersuchung ist für die Patientin vollkommen ungefährlich und unschädlich, sie ist auch nicht körperlich oder seelisch belastend.

Der untersuchunde Arzt führt die Untersuchung am liegenden Patienten durch, dabei wird mit einem sogenannten Schallkopf, der die Ultraschallwellen sendet und empfängt, die in Frage kommende Körperregion untersucht. Zur akustischen Ankoppelung des Ultraschallwandlers an die Haut des Patienten wird die Haut mit einem sogenannten Ultraschallgel bedeckt, welches nach der Untersuchung abgewischt wird. Die meisten Untersuchungen werden in nüchternem Zustand durchgeführt, das heißt, der Patient sollte ca. 8 Stunden zuvor nichts gegessen und nichts getrunken haben. Einnahme von Medikamenten mit einem Glas Wasser zuvor ist selbstverständlich erlaubt.

Bei der sogenannten konventionellen Diagnostik werden die oben genannten Organe untersucht. Hierbei geht es zum Beispiel um die Klärung einer Lebererkrankung bei erhöhten " Leberwerten " im Labor. Oder es wird nach der Ursache von Schmerzen im Bauchraum gefahndet, die z.B. von Gallensteinen herrühren können. In manchen Fällen ist die Sonographie die einzige notwendige Untersuchung, bei anderen Patienten ist jedoch zur weiteren Klärung des Krankheitsbildes eine weitergehende Untersuchung notwendig, wie z.B. eine Magen-oder Darmspiegelung, eine Computertomographie oder andere Untersuchungsverfahren.

Die interventionelle Sonographie ist die ultraschallgezielte Entnahme von Gewebeproben aus den obengenannten Organen. Hierbei wird zum Beispiel bei chronischen Entzündungen der Leber oder bei einem Tumorverdacht mittels Ultraschallkontrolle eine Gewebeprobe mit einer dünnen Nadel (Durchmesser um 1 mm) gewonnen. Die Komplikationsrate dabei liegt in der Größenordnung von 0, 5 Prozent. Diese Eingriffe werden unter lokaler Betäubung (ähnlich einem Eingriff beim Zahnarzt) durchgeführt. Durch sonographisch gezielte Gewebeentnahme kann in vielen Fällen ein rascherer Weg zur Diagnosefindung beschritten werden als durch aufwendige und umfangreiche andere Bildgebungsverfahren, die dann letztlich auch keine feingewebliche Sicherung der Diagnose erzielen können.

Die Endosonographie ist ein Verfahren, mit der die üblichen Limitationen der Ultraschalluntersuchung von außen überwunden werden können. Üblicherweise findet bei zu starker Luftüberlagerung durch luftgefüllte Hohlorgane (Magen, Darm, Lungen) eine Totalreflektion des Ultraschalls an der Grenzfläche zur Luft statt. Dies hat zur Folge, daß die Ultraschallstrahlen nicht durch die luftgefüllten Areale hindurchdringen können und deshalb eine Abbildung dieser Organe mittels Sonographie nicht möglich ist. Beispiele hierfür sind die mangelnde Darstellbarkeit der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), sowie der Gallenwege und verschiedener Lymphknotenstationen im Retroperitoneum. Die normale Schichtung der Wand der Hohlorgane (Magen, Darm, Speiseröhre) kann mit keiner anderen Methode als der Endosonographie dargestellt werden.
Das Prinzip der Untersuchung besteht darin, miniaturisierte Ultraschallsonden entweder durch den Arbeitskanal eines normalen Magenspiegelungsgerätes (Gastroskop) hindurch zu schieben oder ein spezialisiertes Endosonographiegerät zu verwenden, bei dem auf die Spitze eines Gastroskops eine miniaturisierte Ultraschallsonde aufgebracht wurde. Hierdurch wird die oben beschriebene Limitation, die Luftfüllung der Hohlorgane, von innen umgangen. Durch zusätzliche Füllung der Hohlorgane mit Wasser kann eine sehr exakte Darstellung sowohl der Wandschichtung der Hohlorgane als auch der umgebenden Organe erzielt werden. Durch Verwendung hoher Ultraschallfrequenzen zwischen 5 und 20 MHz wird eine Ortsauflösung erzielt, wie sie derzeit mit keinem anderen bildgebenden Verfahren möglich ist. Dies ist insbesondere bedeutsam bei der Stadieneinteilung von bösartigen Erkrankungen der Organe des oberen Gastrointestinaltraktes (Speiseröhre, Magen). Eine möglichst exakte Stadieneinteilung ist hier bei entscheidend für die Festlegung der Therapie und entscheidet somit über das weitere Schicksal des Patienten. Hier kann die Endosonographie zum Beispiel bei frühen Krebserkrankungen (Karzinome) der Speiseröhre und des Magens als einziges Verfahren eine exakte Stadieneinteilung der Eindringtiefe des Tumors in die Wand des Hohlorgans liefern. Wie schon erwähnt, ist dieses entscheidend für die Festlegung der weiteren Therapie.

Bei der Endosonographie wird dem Patienten ähnlich wie bei der Magenspiegelung ein flexibles Spiegelungsinstrument über den Mund in die Speiseröhre und dann in den Magen und Zwölffingerdarm vorgeschoben. Die Dicke dieses Gerätes beträgt ca. einen Zentimeter. Diese Untersuchung wird, genauso wie die Magenspiegelung mit lokaler Betäubung des Rachenraumes durchgeführt, auf Wunsch erhalten die Patienten auch eine Injektion zur " Sedierung ", also eine Injektion eines Medikaments, das den Patienten für kurze Zeit einschlafen läßt. Diese Untersuchung wird nur dann durchgeführt, wenn mit allen anderen Untersuchungsverfahren immer noch offene Fragen zu klären sind, sei es, daß die Diagnose noch nicht endgültig gestellt werden konnte oder das bei bekannter Diagnose eine genaue Stadieneinteilung der Erkrankung vorgenommen werden muß.

Konventionelle Diagnostik

  • abdominelle Sonographie

  • Farbduplexsonographie der abdominellen Gefäße

  • Untersuchung von abdominellen Tumoren mit Ultraschallkontrastmitteln (Harmonic Imaging)

  • Sonographie der extrakraniellen hirnversorgenden Gefäße (B-Bild, Farbduplex, pw-Duplex)

  • Sonographie der peripheren Gefäße (Arterien und Venen) (B-Bild, Farbduplex, pw-Duplex)

  • Echokardiographie

  • transösophageale Echokardiographie

Interventionelle Sonographie

  • sonographisch gezielte Punktionen von Erkrankungen der Leber, Bauchspeicheldrüse, Lymphknoten, Lunge, Pleura

  • sonographisch gezielte Sklerosierung (Verödung) von symptomatischen Leberzysten

  • sonographisch gezielte Therapie von hepatozellulären Karzinomen (HCCs) mit Ethanolinjektion

  • sonographisch gesteurte Drainage von Abszessen (Leber, Lunge, Bauchhöhle)

kombiniert sonographisch/endoskopische interne Drainage von Pankreaspseudozysten

Leberdiagnostik mit Echosignalverstärkern (Ultrschallkontrastmittel) zur

  • Lebertumorcharakterisierung

  • Metastasendetektion

Endosonographie

  • konventionelle Endosonographie von Ösophagus, Magen, Pankreas, Gallenwegen

  • Endosonographie mit Farbdoppler


Die folgenden Bilder zeigen einige Beispiele aus der Ultraschalldiagnostik und ultraschallgezielten Therapie

Gallenblasensteine, einmal als sog. Solitärstein in der Gallenblase mit Entzündung der Gallenblase,

dann im Gallengang.




Darstellung einer aufgestauten Niere bei Nierenkolik,


als Ursache dafür findet sich im Verlauf des Harnleiters ein eingeklemmter Nierenstein.



Bei der Tumordiagnostik in der Leber ist der Ultraschall heutzutage das Untersuchungsverfahren der ersten Wahl. Alle Veränderungen können mit dem Ultraschall problemlos erkannt werden. Aufwendigere, belastende und auch teuere Untersuchungsverfahren sind häufig (aber nicht immer) überflüssig. Im Zweifelsfall kann auch eine Gewebeprobe aus der Leber entnommen werden.

Hier zwei Beispiele,

zum einen mit einem größeren bösartigen Lebertumor,


sowie der Darstellung eines gutartigen Lebertumors (sog. Hämangiom) mit der Kontrastmittelsonographie.




Prof. Dr. med. Dirk Becker

Prof. Dr. med. Dirk Becker

Chefarzt der Klinik
stellv. Ärztlicher Direktor der imland Klinik Rendsburg

Tel 04331 200-2001
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Ruth Ihrens
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